Klimagesunde Stadtteileinrichtungen: Warum jetzt?

Im Rahmen der Weiterentwicklung des Programms Gesund in Berlin – Stadtteile im Blick (GiB), fand die sechste Werkstatt zum Thema ,,Klimagesunde Stadtteileinrichtungen‘‘ statt.

Gemeinsam mit relevanten Akteur*innen wurden Ansätze ermittelt, die sich mit den Auswirkungen bzw. der Abmilderung von Umwelt- und Klimaeffekten auf die Gesundheit vulnerabler Personengruppen beschäftigen. Zudem wurde die Programmstruktur von GiB reflektiert um zukünftige Projektförderungen besser an die neuen Bedarfe im Bereich ,,Gesundheit und Klima‘‘ auszurichten.

Hierfür wurden zwei Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit den unterschiedlichen Schwerpunkten befassten:

  • AG1 ,,WAS‘‘: Konzeptorientierte und datenorientierte Ideensammlung für konkrete Maßnahmen
  • AG2 ,,WIE‘‘: Organisation der Projektförderung

Die Arbeitsgruppe ,,WAS‘‘ beschäftigte sich mit der Frage nach bestehenden Bedarfen, vorhandener Praxis sowie dem Finanzierungsbedarf. Es wurde festgehalten, dass relevante Bedarfe grundsätzlich bereits ausführlich dokumentiert und beschrieben sind. Genannt wurde unter anderem der Umweltgerechtigkeitsatlas, die Gesundheitsberichterstattung und die GI-Handlungskonzepte. Die Bedarfe reichen von akuter Hitzehilfe bis hin zu nachhaltigen Klimaanpassungsmaßnahmen.

Darüber hinaus wurde ein Qualifizierungsbedarf auf mehreren Ebenen benannt. Dieser betrifft die Organisationsentwicklung in Stadtteileinrichtungen, die Stärkung der Fachkräfte für die Arbeit im Quartier einschließlich der Mitarbeitendengesundheit sowie die Zusammenarbeit mit der Zielgruppe. Gleichzeitig wurde es deutlich, dass es bereits gute Praxis gibt, die durch das Förderprogramm gestärkt werden kann. Wichtig ist dabei, ergänzende Maßnahmen an bestehende Strukturen anzudocken und mit Multiplikator*innen, wie Lots*innen- und Besuchsangeboten zu verknüpfen.

Zudem wurde ein Finanzierungsbedarf zu Qualifizierungsmaßnahmen und Beratungsarbeit benannt. Als Empfehlung wurde die Durchführung von Fachrunden mit Trägern von Stadtteileinrichtungen formuliert, um Aktivitäten zum Hitzeschutz und zur Hitzeanpassung sowie bestehende Finanzierungslücken zu konkretisieren.

Die Arbeitsgruppe ,,WIE‘‘ befasste sich mit der Organisation einer Projektförderung. Durch die bezirkliche Fachrunde, die im Rahmen von GiB stattfinden, können Akteur*innen vor Ort einbezogen und relevante Ergebnisse erarbeitet werden.

Für die Vorbereitung der Fachrunden wurden mehrere Verbesserungsvorschläge benannt. Dazu zählen eine Aufteilung in einzelne Fachrunden pro (GiB-)Handlungsraum sowie eine Stakeholderanalyse für die einzelnen Handlungsräume. Zudem wurde der Einbezug weiterer Akteur*innen empfohlen, darunter städtische Wohnungsbaugesellschaften, Stadtteilkoordinator*innen und aktive Stadtteilzentren im Handlungsraum. Ergänzend wurde vorgeschlagen, die Community Readiness der Handlungsräume zu prüfen und Hitze-Hotspots systematisch abzufragen.

Im Auswahlprozess der zu fördernde Träger wurde deutlich, dass sowohl große Ankereinrichtungen als auch kleinere Träger im Handlungsraum profitieren sollen. Wichtig hierbei ist eine fachliche Begründung der Priorisierung sowie eine transparente Dokumentation der Entscheidungsprozesse . Für die Steuerungsrunden wurde empfohlen, die bestehende Struktur und Tagesordnung einzuhalten, diese zugleich für weitere Themen zu öffnen und eine kritische Auseinandersetzung mit der Wirkung der Projekte zu ermöglichen.

Ausblick

Zum Ende der Werkstatt wurden zentrale offene Punkte zur zukünftigen Organisation im Programm herausgestellt. Darunter zählen der Transfer und die Verbreitung guter Praxis aus GiB-Projekten, die Frage nach bestehenden Vernetzungsstrukturen in den GiB-Gebieten sowie die Identifikation übertragbarer Ansätze guter Praxis im Bereich ,,Gesundheit und Klima‘‘.

Ergänzend wurden erste Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Förderstrukturen formuliert. Dazu gehören die Durchführung einzelner Fachrunden pro GiB-Handlungsraum, die Definition von Zeitrahmen und Zielvereinbarungen für Projektphasen sowie die frühzeitige und verbindliche Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und Verstetigung in der Projektförderung.

An diese offenen Punkte knüpft auch die achte Werkstatt von ,,Gesund in Berlin – Stadtteile im Blick‘‘ an, in der die Weitergabe und Übertragbarkeit lokaler Ansätze sowie die Vermittlung erfolgreicher Praxis thematisiert wurden.

Bildrechte: Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.

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