Bildrechte: Nhi Phan, Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.

Im Stadtteil entwickelt, breit weitergedacht – Wege zum Transfer lokaler Ansätze

Was braucht es, damit Ansätze erfolgreicher Gesundheitsprojekte aus dem Stadtteil weitergetragen werden können?

In der 8. Werkstatt von ,,Gesund in Berlin – Stadtteile im Blick‘‘ am 18.11.2025 tauschten sich Fachkräfte und Projektträger/Initiativen aus, welche Bedingungen Übertragbarkeit ermöglichen, wo Anpassung nötig ist und wie lokale Ansätze weitervermittelt werden können. In Zeiten, in denen die Haushaltslagen und Projektfinanzierungen immer schwieriger werden, lohnt sich ein Blick darauf, wie Bewährtes weiterentwickelt und an anderer Stelle genutzt werden kann.

Nach einem geselligen Ankommen und einer kurzen Hinführung zum Thema der Werkstatt stellten drei Projektträger ihre Arbeit vor: Karen Wohlert gab Einblicke in einzelne Aspekte des LebensMittelPunkte-Netzwerks, Felix Klump zeigte auf, wie bwgt e. V. Bewegungsförderung in verschiedenen Berliner Kiezen verankert und Edna Martinez machte am Beispiel von Boxgirls Berlin e. V. sichtbar, wie Adaptation eines Empowermentprojekts funktionieren kann. Die Einblicke in ihre Praxis bildeten die Grundlage für den anschließenden Austausch in Kleingruppen.

Dort arbeiteten die Teilnehmenden entlang gemeinsamer Leitfragen zu Übertragbarkeit von Strukturen und Prozessen, zum Anpassungsbedarf an unterschiedliche Gegebenheiten sowie zur Vermittlung von Projekten an Entscheidungsträger*innen und Finanzgebende.

Um den Austausch zu unterstützen, arbeiteten die Gruppen mit einer Tiermetapher, die zentrale Eigenschaften erfolgreicher Projektarbeit symbolisierte und den Perspektivwechsel erleichterte.

In den Arbeitsgruppen wurde deutlich, dass die Übertragbarkeit lokaler Projekte vor allem von klaren Strukturen, geteilten Werten, Engagement vor Ort sowie tragfähiger Beziehungsarbeit abhängt. Grenzen zeigen sich dort, wo Rahmenbedingungen stark variieren, Ressourcen knapp sind oder Zugänge fehlen. Eine erfolgreiche Anpassung an neue Standorte erfordert daher Zeit für Beziehungsaufbau, sozialräumliches Wissen, Offenheit für Partner*innen und die enge Zusammenarbeit mit lokalen Multiplikator*innen. Projektarbeit wurde dabei als Prozessarbeit verstanden, die kontinuierliche Reflexion, Vernetzung und Flexibilität voraussetzt. Für die Vermittlung von Projekten an Entscheidungsträger*innen und Finanzgebende spielen lebendige Einblicke, transparente Arbeitsweisen, Evaluation sowie geeignete Formate zur Weitergabe von Wissen eine wichtige Rolle. Zugleich wurden gesellschaftlich-politische Rahmenbedingungen und knappe Ressourcen als zentrale Herausforderungen benannt.

Das Thema wird uns auch über diese Veranstaltung hinaus begleiten. Wir greifen die Frage nach dem Transfer gelungener Ansätze im kommenden Jahr unter anderem in einem Workshop auf dem Kongress Armut und Gesundheit 2026 auf und bleiben damit weiter am Ball.

Eine Dokumentation der Veranstaltung kann bei Interesse bei der Programmkoordination angefragt werden.

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