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Klimagesunde Stadtteileinrichtungen: Wie weiter?
Am 21.05.2024 fand die siebte Werkstatt zum Themenfeld ,,Klimagesunde Stadtteileinrichtungen‘‘ statt. Die Veranstaltung knüpfte an die vorherige, ad-hoc durchgeführte Werkstatt an und vertiefte die dort benannten Punkte. (Siehe hierzu den Beitrag zur sechsten Werkstatt).
Ziel dieser Werkstatt war es, gemeinsam mit Akteur*innen aus Bezirken und Stadtteileinrichtungen zentrale Fragen zur Umsetzung, Ausgestaltung und Organisation der Projektförderung weiterzudenken. Im Fokus standen dabei konkrete Maßnahmen und Bedarfe in den Stadtteilen sowie auch strukturelle Fragen zur Projektentwicklung, -steuerung und -umsetzung im Kontext der Auswirkungen bzw. Abmilderung von Umwelt- und Klimaeffekten.
Die Teilnehmenden arbeiteten in zwei Arbeitsgruppen, die sich mit unterschiedlichen Leitfragen befassten:
In der Arbeitsgruppe ,,WAS‘‘ standen zunächst die Bedarfe in den einzelnen Bezirken und Stadtteileinrichtungen im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden brachten Erfahrungen und Einschätzungen zu ,,Klimagesunde Stadtteileinrichtungen‘‘ ein.
Es entwickelte sich eine offene Diskussion zu bereits bestehenden Maßnahmen, deren Verstetigung sowie zur konkreten Bedarfserhebung im Kontext Hitze und Klimaanpassung. Dabei wurde der Wunsch geäußert, einzelne Themenfelder gezielter und konkreter zu erfassen, beispielsweise durch weitere Veranstaltungen zur Erhebung spezifischer Bedarfe in einzelnen Bereichen.
Darüber hinaus wurden bestehende Maßnahmen gesammelt und weitergedacht. Genannt wurden unter anderem stadtteileinrichtungsspezifische Angebote wie beispielsweise Gesundheitschecks. Ein weiterer Punkt war, Stadtteileinrichtungen stärker als Schulungsorte für Hitzeschutzmaßnahmen zu nutzen und gezielt weiterzuentwickeln.
Zudem wurde von den Teilnehmenden niedrigschwellige, zielgruppensensible Angebote gewünscht. Genannt wurden hierbei Bewegungsangebote mit kurzen Inputs zu klimaspezifischen Themen, Angebote für Kinder und Jugendliche (z.B. im Rahmen von heißen Tagen oder Wasserspielen) sowie die Vermittlung von Wissen zu Wasser, Trinken und Hitzeschutz. Dabei wurde auch angesprochen, mögliche Vorbehalte oder Reaktanzen gegenüber Projekten frühzeitig mitzudenken.
Die Arbeitsgruppe ,,WIE‘‘ befasste sich mit der Frage, wie die Konzeption, Steuerung und Umsetzung von Projektförderungen gestaltet werden kann. Diskutiert wurde darüber, dass Projekte nicht ,,von oben‘‘ vorgegeben werden sollten, sondern gemeinsam mit Akteur*innen aus Kommunalverwaltung, Quartiersentwicklung und Stadtteileinrichtungen entwickelt werden müssen. Relevant dafür ist ein zeitlicher Vorlauf und eine frühzeitige Nachhaltigkeitsstrategie .
Projekte sollten an bestehende Strukturen anknüpfen, sowohl in der Konzeptionsphase (z. B. bestehende Fachrunden, keine neuen Gremien) als auch in der Umsetzung, beispielsweise durch Vernetzung mit mobiler Stadtteilarbeit oder Selbsthilfeangeboten.
Als relevante Akteur*innen für die strategische Begleitung wurden unter anderem die Sozialräumliche Planungskoordination (OE SPK) als Schnittstelle zwischen Fachämtern und freien Trägern sowie die OE QPK Gesundheitsförderung benannt. Auch zuständige Fachämter, beispielsweise für bestimmte Zielgruppen, sowie bezirkliche Akteur*innen im Themenfeld Klima wurden als wichtige Partner*innen hervorgehoben.
Zudem wurde festgestellt, dass gesundheitsbezogene Daten oder sozialbezogene Handlungskonzepte häufig keine ausreichende Grundlage für die praktische Arbeit von Stadtteileinrichtungen darstellen. Diese reagieren oft stärker auf die konkreten Bedarfe der Nutzer*innen vor Ort. Ziel von GiB ist es daher, durch Fachrunden für die GI-Handlungsräume den Austausch zwischen Praxis und Verwaltung zu stärken und eine bessere Abstimmung unter begrenzten Ressourcen zu ermöglichen.
Themenparkplatz: Ideen und Inspirationen
Ergänzend wurde in dieser Werkstatt Themenparkplatz eingerichtet, um Ideen und Inspirationen der Teilnehmenden zu sammeln. Dabei wurden Erfahrungen mit bestehenden Hitzeschutzmaßnahmen aus unterschiedlichen Kontexten geteilt. Genannt wurden unter anderem mobile Angebote, bewährte Maßnahmen zur Wassernutzung sowie bauliche Ansätze zur Schaffung von Schatten. Als positives Beispiel wurde der Lausitzer Platz in Kreuzberg hervorgehoben, der viel Schatten durch dichte Bäume und Möglichkeiten zum Sitzen in der Nähe von Trink- und Straßenbrunnen bietet.
Wie geht es nun weiter?
Zum Abschluss dankte das Team von Gesund in Berlin – Stadtteile im Blick allen Teilnehmenden für die aktive Mitarbeit. Ziel ist es, für den Zeitraum 2025–2028 ein Förderprogramm zu gestalten, das den Anforderungen der adressierten Akteur*innen entspricht. Die Ergebnisse der Werkstatt werden den Fördermittelgebenden vorgestellt und fließen in die weitere konzeptionelle Ausgestaltung des Programms ein.


