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GiB als bundesweites Praxisbeispiel für kommunale Prävention

Der PKV-Verband und die TU Dresden stellen in Ihrer Studie „Neue Gesundheitsnetze – Kommunale Prävention“ zehn Praxisbeispiele für Gesundheitsförderung im Alter vor. Neben den Ansätzen wie „München – gesund vor Ort“, dem Generationennetz Gelsenkirchen ist GiB mit dem Projekt „Bewegung für Ältere rund um die Heerstraße“ aus Berlin dabei. Für die Studie suchten die Autor*innen gezielt nach Projekten, die kommunal verankert sind, ältere Menschen erreichen und über die Projektlaufzeit hinaus erfolgreich wirken. Insgesamt werden zehn Praxisbeispiele aus ganz Deutschland beleuchtet.

Bewegung im Quartier Heerstraße-Nord

Das Beispiel Heerstraße-Nord in Spandau zeigt, wie Bewegungsförderung für Ältere niedrigschwellig umgesetzt werden kann. In dem Quartier beziehen 43,2 Prozent der Menschen Transferleistungen, fast dreimal so viele wie in Gesamt-Berlin. bwgt e. V. bietet hier älteren Menschen kostenfreie, wohnortnahe Bewegungsangebote wie beispielsweise Spaziergänge im Kiez, Qi Gong und Tai-Chi, Yoga im Sitzen sowie Übungen zur Sturzprophylaxe.

Anwohnende und Mitarbeitende sozialer Einrichtungen werden als Kiez-Übungsleitende geschult, sodass die Angebote auch nach Projektende weiterlaufen können. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Bewegung, sondern auch Begegnung und Austausch im Stadtteil. Hier geht es zum Projektsteckbrief.

Was die Studie für GiB zeigt

Die Studie fasst die Erfahrungen aus allen zehn Praxisbeispielen zusammen. Die Interviews mit Boris Metz aus der Programmkoordination von GiB und Felix Klump, Projektkoordinator von bwgt e. V. zeigen, dass die Arbeit bei GiB viele der genannten Erfolgsfaktoren bereits umsetzt.

Neue Projektideen entstehen bei GiB nicht über Einzelanträge, sondern in bezirklichen Fachrunden. Fachkräfte vor Ort bringen ihre Kenntnisse über die Bedarfe im Sozialraum ein. Auf dieser Grundlage werden Handlungsschwerpunkte definiert sowie Projektkonzepte und Ausschreibungen gemeinsam entwickelt.

Die Maßnahmen der einzelnen Projekte werden partizipativ mit lokalen Einrichtungen, Bewohner*innen sowie Netzwerkakteur*innen wie der Stadtteilkoordination oder dem Quartiersmanagement geplant und umgesetzt. Boris Metz bringt es im Interview auf den Punkt: „Wir können nur für einen begrenzten Zeitraum fördern. Entscheidend ist deshalb, dass es vor Ort Strukturen gibt, an die ein Projekt andocken kann.“

Diese lokalen Strukturen schaffen auch Vertrauen. Ältere Menschen schätzen feste Bezugspersonen und beständige Strukturen. Soziale Interaktion, Sicherheit und Verlässlichkeit sind für sie entscheidend.

Für die Zeit nach dem Projekt wird vorausschauend geplant. Lokale Akteur*innen wie soziale Einrichtungen werden frühzeitig eingebunden, um Übergänge in eine eigenständige Fortführung zu ermöglichen. Einige der entwickelten und etablierten Bewegungsangebote konnten nach Projektende durch ins Projekt eingebundene Einrichtungen weitergeführt werden. Damit die Angebote funktionieren, braucht es jedoch geeignete Rahmenbedingungen. Felix Klump nennt im Interview zwei zentrale Herausforderungen: „Auch Ehrenamt braucht irgendwie Hauptamt.“ Zudem nennt er den Mangel an frei zugänglichen Räumen im Sozialraum als Herausforderung.

Fazit der Studie

Die Studie kommt zu einem klaren Ergebnis: Gesundheitsförderung im Quartier gelingt dort, wo lokale Strukturen, vertrauenswürdige Ansprechpersonen und bedarfsorientierte Umsetzung konsequent zusammengedacht werden. Gleichzeitig braucht es verlässliche Finanzierung. Befristete Projektförderungen bremsen gute Ansätze oft aus, bevor sie langfristig wirken können. „Wir brauchen Fördermodelle, die erfolgreiche Projekte weitertragen – nicht ständig neue Programme aufsetzen“, so Boris Metz.

Den vollständigen Artikel mit dem Kapitel zu GiB (Praxisbeispiel 6, S. 40-45) kann hier gelesen werden.

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