Julian Bollmann auf der Bühne ebim Fachtag Bewegung 2025 gemeinsam mit anderen Speakern und Speakerinnen

Bildrechte: Natalie Drägerhof

Klimakrise, Klimaanpassung und Citizen Science

Dritter Termin der Fachkräfte Schulungsreihe „Umwelt, Gesundheit, Klima: verstehen, vermitteln und erleben im Kiez“

Am 21. April 2026 haben wir uns gemeinsam mit Fachkräften aus der Gemeinwesenarbeit mit den Themen Klimakrise, Klimaanpassung und Citizen Science beschäftigt. Im Mittelpunkt standen alltagsnahe Zugänge zu Klimathemen, praktischen Methoden und die Frage, wie Bewohner*innen ihr Lebensumfeld aktiv mitgestalten können. Die Veranstaltung knüpfte damit an die vorangegangenen Termine an und vertiefte den Blick auf die Verbindung von Klimaschutz, Gesundheit und sozialer Teilhabe. Es ging wieder konkret darum mit Fachkräften aus der Stadtteilarbeit Methoden auszuprobieren, die dann direkt in die eigene Praxis übertragen werden können.

Hand in Hand ins Handeln kommen

Zu Beginn der inhaltlichen Arbeit stand ein Input zu den Grundlagen der Klimakrise. Dabei wurde deutlich, dass der Klimawandel nicht nur ein globales, sondern auch ein sehr konkretes lokales Thema ist, das sich unmittelbar auf Lebensqualität, Gesundheit und Teilhabe im Quartier auswirkt. Ergänzend wurde der ökologische Handabdruck als Gegenmodell zum Fußabdruck eingeführt. Dadurch richtet sich der Blick auf Möglichkeiten, strukturelle Veränderungen anzustoßen und gemeinschaftliches Handeln zu stärken, statt bei individueller Verantwortung zu bleiben. Greifbar wurde das durch ein Memoryspiel, das individuelles Verhalten und strukturelle Veränderung direkt gegenüberstellte. So kamen die Teilnehmenden schnell in den Austausch und konnten konkrete Handlungsmöglichkeiten kennenlernen.

Das Quartier mit neuen Augen betrachten

Ein zentraler Praxisbaustein des Tages war die Einführung in Citizen Science als Ansatz, mit den Bewohner*innen und Fachkräften Wissen über ihr Umfeld gemeinsam erheben und sichtbar machen können. Dazu bot der Nachbarschaftsgarten unseres Gastgebers, des Familienzentrums Menschenskinder, einen passenden Rahmen. Martina Peters leitete uns durch die Anlage und stellte dabei abgeschlossene und laufende Citizen Science Projekte vor. Parallel dazu hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, selbst eine Methode aus dem Citizen Science-Bereich auszuprobieren. Mithilfe der Photovoice Methode erkundeten sie den Garten und das umliegende Quartier mit dem Fokus auf Klimawandel und Klimaanpassung und hielten ihre Beobachtungen in Bildern fest. Dabei wurden Orte und Situationen gesucht, die „Klimaprobleme“ oder „Klimahoffnung“ sichtbar machen, sowie Motive, die den ökologischen Fußabdruck und Handabdruck gegenüberstellen.

Die anschließende Präsentation und Diskussion der Ergebnisse zeigte, wie unterschiedliche Klimafolgen im Stadtraum wahrgenommen werden und wie wichtig es ist, lokale Eindrücke ernst zu nehmen. In der gemeinsamen Reflexion wurde deutlich, dass solche Methoden nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Perspektiven öffnen und Beteiligung fördern. Gerade für die Arbeit in Stadtteilen bieten sie einen niedrigschwelligen Zugang, um mit Gruppen über Veränderungsbedarfe ins Gespräch zu kommen.

Klimaanpassung konkret

Ein weiterer fachlicher Schwerpunkt lag auf den verschiedenen Facetten der Klimaanpassung. Der Bezug zur Praxis war dabei zentral, denn viele Teilnehmende fragten sich, wie sich solche Themen in bestehende Angebote integrieren lassen. Die anschließende Austauschrunde orientiert sich an der Methode Think Pair Share und geht den Fragen nach, wie sich Angebote konkret umsetzen lassen, welche Erfahrungen bereits vorhanden sind und welche Netzwerke oder Institutionen dabei unterstützen können. Die Diskussion machte deutlich, dass es oft weniger an Ideen als an Zeit, Ressourcen und passenden Anknüpfungspunkten fehlt. Umso wichtiger ist es, bestehende Strukturen sichtbar zu machen und voneinander zu lernen.

Fazit

Der dritte Termin hat gezeigt, dass Klimakrise und Klimaanpassung dann gut vermittelbar sind, wenn sie an konkrete Orte, Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten anknüpfen. Besonders wertvoll war dabei die Verbindung von fachlichem Input, Methoden zum aktiven Ausprobieren und dem Austausch über die Praxis in den Einrichtungen. So konnten die Teilnehmenden nicht nur neue Impulse mitnehmen, sondern auch konkrete Ideen für die eigene Arbeit entwickeln.

Die Schulungsreihe wird im weiteren Verlauf mit den Schwerpunkten Umweltgerechtigkeit am 16.06.2026 sowie Naturerfahrung und Biodiversität am 15.09.2026 fortgeführt. Die einzelnen Termine können unabhängig voneinander besucht werden. Informationen zur Anmeldung folgen in Kürze auf der Seite von Gesundheit Berlin Brandenburg e. V.

Diesen Beitrag teilen