Bildrechte: Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.

Eine Idee, ein Ziel und die passende Unterstützung

Was brauchen Menschen im Stadtteil und wie lassen sich passende Angebote finanzieren? Wie können Karten Einrichtungen dabei helfen, ihre Finanzierung zu planen? Mit diesen Fragen beschäftigten wir uns am 6. Oktober 2026 gemeinsam mit Fachkräften bei der fünften Schulungseinheit unserer Reihe ,,Umwelt, Gesundheit und Klima: verstehen, vermitteln und erleben im Kiez“.

Die Kinder beim Wassertor e. V. hatten keinen eigenen Raum im Haus. Es war laut und die Aufsicht war schwer zu gewährleisten. Ein eigener Raum für Kinder, eine pädagogische Fachkraft und passende Ausstattung – diese Ziele standen beim Wassertor e. V. am Anfang der Suche nach Unterstützung. Geschäftsführerin, Julia Lehmann, zeigte, wie aus konkreten Zielen eine Fundraising-Strategie entsteht. Dazu gehörten Kampagnen, Kontakte zu möglichen Unterstützenden und eine Sachspende für den Kinderbereich.

Was der Umweltgerechtigkeitsatlas sichtbar macht

Auch bei anderen Vorhaben steht am Anfang die Frage, was Menschen vor Ort brauchen. Sönke Weiß von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt stellte dazu den Berliner Umweltgerechtigkeitsatlas vor, mit den Einrichtungen die Bedingungen im Quartier besser verstehen können. Die Karten zeigen, wo Lärm, Luftverschmutzung und Hitze mit fehlenden Grünflächen und sozialer Benachteiligung zusammentreffen. So machen sie sichtbar, wie ungleich Belastungen und Möglichkeiten zur Erholung in Berlin verteilt sind.

In Stationengesprächen entstand die Idee, die Karten für die Suche nach kühlen Orten zu nutzen. Genannt wurden kühle Kirchen und öffentliche Gebäude, die sich für verschiedene Angebote nutzen lassen.
Daran könnte eine Einrichtung anknüpfen, die einen solchen Treffpunkt im Kiez schaffen möchte: Sie schaut nach, wie der Gerechtigkeitsatlas die Hitzebelastung und Grünflächenversorgung ihres Gebiets einstuft. Gemeinsam mit Bewohner*innen bespricht sie, wo im Alltag Schutz vor Hitze fehlt. Damit kann die Einrichtung ihr Anliegen gegenüber Politik und Verwaltung begründen und im Förderantrag erklären, warum der Treffpunkt gebraucht wird, wem er hilft und welche Ressourcen benötigt werden.

Weitere Anregungen bietet der Praxisleitfaden „Umweltgerechtigkeit in Berliner Quartieren – Vernetzt und partizipativ Zukunft gestalten“. Er zeigt anhand von Praxisbeispielen, wie sich Umweltgerechtigkeit gemeinsam im Quartier aufgreifen lassen.

Vom Ziel zur Fundraising Strategie

Julia Lehmann zeigte, wie Einrichtungen durch Fundraising gezielt Unterstützung suchen können.
Am Anfang stehen drei Fragen: Was braucht die Einrichtung? Wie viel kostet es? Und wie dringend ist es? Danach prüft das Team mögliche Geldgebende, welche das Vorhaben unterstützen könnten. Es schaut auch auf die eigenen Stärken und darauf, wo Unterstützung fehlt. Daraus entstehen passende Finanzierungswege und konkrete nächste Schritte.

Dabei sollte das Team realistisch einschätzen, wie viel Zeit es aufbringen kann und welche Kosten später entstehen. Auch ein Blick ins eigene Umfeld lohnt sich  denn Ehrenamtliche, Nachbar*innen oder Betriebe im Kiez kennen die Arbeit bereits und könnten Unterstützung bieten.

Erfahrungen mit Spenden und Sponsoring

Die Teilnehmenden beschrieben Spenden als niedrigschwellige Möglichkeit, Unterstützung zu gewinnen. Allerdings bleiben sie unverbindlich und sichern keine dauerhafte Finanzierung. Beim Sponsoring hingegen berichteten Einige von treuen Unterstützenden und regelmäßiger Förderung. Dafür brauche es jedoch viel Recherche und Vorarbeit, ohne Garantie auf eine Zusage.

Die Gruppen diskutierten außerdem, welche Unternehmen zur eigenen Einrichtung passen. Thema war aber auch das Spannungsfeld zwischen Green bzw. Social Washing und zur Verfügung gestellte Ressourcen zu seinen ethischen und moralischen Bedingungen zu nutzen.

Den ersten Schritt für die eigene Einrichtung finden

Was brauchen die Menschen, die eure Einrichtung nutzen? Besprecht im Team, was ihr dafür braucht und wer euch dabei helfen könnte! Plant gemeinsam, womit ihr anfangen könnt und wie viel Zeit ihr dafür benötigt.

Dies war der fünfte und letzte Termin dieses Durchgangs unserer thematischen Schulungsreihe. Wir freuen uns über die vielen aktiven Teilnehmenden, die mit uns die Termine gestaltet haben und die unterschiedlichen Referent*innen, die die Reihe mit ihrer Expertise bereichert haben. Wir haben viele Methoden weitergegeben und selbst eine Menge aus der Stadtteilarbeit gelernt.

Nun blicken wir auf die Schulungsreihe zurück und überlegen, wie wir die Themen und Formate weiterentwickeln können. Damit möchten wir euch weiterhin in der Stadtteilarbeit unterstützen und zusammen die Gemeinwesenarbeit umweltgerechter, klimafreundlicher und gesundheitsförderlicher gestalten.

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