Julian Bollmann auf der Bühne ebim Fachtag Bewegung 2025 gemeinsam mit anderen Speakern und Speakerinnen

Bildrechte: Julian Bollmann

GiB beim Fachtag zur Berliner Bewegungsstrategie im Umweltforum Berlin

Mit rund 1.600 Teilnehmer*innen und mehr als 150 Expert*innen ist er der größte Naturschutzkongress im deutschsprachigen Raum. Im Mittelpunkt standen die vielfältigen Beziehungen zwischen Mensch und Natur und die Frage, wie Naturschutz, Biodiversität und gesellschaftliche Entwicklung gemeinsam gestaltet werden können.

Das Programm „Gesund in Berlin – Stadtteile im Blick“ (GiB) war im Forum III „Gesellschaftlicher Mehrwert: Gesundheit und Lebensqualität durch Stadtnatur“ vertreten. In der Session wurde deutlich, welche Rolle Stadtnatur für Wohlbefinden, Bewegung, soziale Begegnung und psychische Gesundheit spielen kann – und wie biodivers gestaltetes Stadtgrün diese Effekte verstärken kann.

In einem kurzen Pitch konnten wir vorstellen, wie (auch naturbasierte) Gesundheitsförderung über ressortübergreifende Zusammenarbeit im Quartier umgesetzt werden kann. Am Beispiel der GiB-Strukturen wurde dargestellt, wie Gesundheitsförderung, Stadtentwicklung und Naturschutz gemeinsam dazu beitragen können, Stadtnatur als Ressource für Gesundheit und Lebensqualität den Menschen zugänglich zu machen, denen der Zugang oft strukturell verwehr oder erschwert wird.

Unser zentraler Ansatz dabei ist wie bei allen unseren Aktivitäten die Zusammenarbeit mit bezirklichen Schlüsselakteur*innen, die koordinierend vor Ort wirken. Durch diese lokalen Strukturen lassen sich Bedarfe vor Ort identifizieren und mit landesweiten Strategien etwa zu Bewegung, Ernährung, Kinderarmut und auch Biodiversität verbinden. So entstehen Angebote, die sowohl das individuelle Wohlbefinden der Bewohner*innen in strukturell benachteiligten Quartieren stärken als auch zur Umweltgerechtigkeit beitragen.

Durch das Praxisbeispiel des Kooperationsprojekts der Naturbegleiter* mit der Stiftung Naturschutz Berlin konnten wir zeigen, wie Naturerfahrung und soziallagenbezogene Gesundheitsförderung konkret zusammengebracht werden können. Mit der Verbindung bestehender Ansätze aus der Gesundheitsförderung und der Umweltbildung konnten nachhaltige Angebote im Quartier aufgebaut und langfristig verankert werden.

Der Austausch auf dem Deutschen Naturschutztag hat einmal mehr verdeutlicht: Stadtnatur wirkt nicht automatisch für alle Menschen gleich. Gerade in sozial benachteiligten Quartieren bestehen häufig sowohl höhere Umweltbelastungen als auch Barrieren beim Zugang zu Grünflächen. Die Daten und das Wissen dazu sind vorhanden, oft fehlt aber die Umsetzungskompetenz. Es kam aber auch heraus: In Berlin sind wir ganz gut aufgestellt, wir haben Tools (Umweltgerechtigkeitsatlas) und funktionierende Modellhafte Projekte (u. A. GiB) die unterstützen und wirken. Programme wie GiB leisten hier einen wichtigen Beitrag, indem sie Strukturen schaffen, die naturbasierte Gesundheitsförderung auch für Menschen erreichbar machen, die sonst seltener von solchen Angeboten profitieren.

Gleichzeitig wurde deutlich, wie groß das Potenzial ressortübergreifender Zusammenarbeit ist.  Wenn Naturschutz, Gesundheitsförderung und Stadtentwicklung ihre Perspektiven und Ressourcen bündeln, können Maßnahmen gleichzeitig zur Förderung von Gesundheit, sozialer Teilhabe und Biodiversität beitragen.

Für uns bot der Naturschutztag eine wertvolle Plattform, um Erfahrungen aus der Praxis einzubringen, neue Impulse für die Weiterentwicklung naturbasierter Gesundheitsförderung mitzunehmen und den Austausch mit Akteur*innen aus Naturschutz, Wissenschaft und kommunaler Praxis zu vertiefen.

Weitere Informationen zum Modul und zum Deutschen Naturschutztag finden Sie hier.

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