Bildnachweis: Maria Brauer
Zeit für dich! – Psychosoziale Entlastungsangebote für Erwachsene
Projektträger: Aktion „Kinder brauchen Matsch“ der Ev. Kirchengemeinde Auferstehung
„Die Teilnehmenden erlebten durch die angebotenen Auszeiten und Entlastungsangebote eine Reduktion von Stress. Sie können sich vom täglichen Druck befreien, was sowohl ihre körperliche als auch ihre psychische Gesundheit fördert. Dies geschieht durch Entspannungsangebote wie Massage, Yoga und auch durch Aktivitäten in der Natur, die sowohl den Körper als auch den Geist regenerieren.“
„Besonders bei den Vernetzungs- und Aktivierungsangeboten (wie der Schreibwerkstatt und dem ‚Zettelwirtschaft‘-Angebot) erlebten die Teilnehmenden das Gefühl, aktiv etwas zu verändern. Indem sie sich mit anderen Alleinerziehenden austauschten und ihre Erfahrungen in einer Kiezzeitung dokumentierten, erhielten sie die Möglichkeit, ihre Anliegen und Bedürfnisse öffentlich zu machen und somit ihre Selbstwirksamkeit und das Gefühl der Kontrolle über ihre Situation zu stärken.“
Good Practice – Kriterien im Blick
Partizipation
Informationen zum Kriterium Partizipation

Die Bewertung der Erfüllung des Kriteriums Partizipation erfolgt anhand von insgesamt sechs Stufen. Diese Stufen bauen inhaltlich und chronologisch aufeinander auf. Die Grafik benennt alle Stufen des Kriteriums Partizaption.
Beispiel: Hat ein Träger eine 5/6 Kriteriumsstufen erreicht; so hat dieser Träger die Kriterien Information, Anhörung, Einbeziehung, Mitbestimmung und Entscheidungskompetenz erfüllt, nicht aber das Kriterium der Selbstorganisation.
Empowerment
Informationen zum Kriterium Empowerment
Empowerment-Prozesse befähigen Personen bzw. Personengruppen, selbsttätig und selbstbestimmt ihr Leben und ihre soziale Lebenswelt (mit) zu gestalten. Ausgangspunkt sind die spezifischen Kompetenzen (Ressourcen) einzelner Personen und die gemeinsamen Fähigkeiten von Personengruppen. Im Prozess des Empowerments schaffen die Akteure der Gesundheitsförderung die Bedingungen und Voraussetzungen dafür, dass die Mitglieder der Zielgruppen ihre individuellen und gemeinschaftlichen Ressourcen entdecken, sie weiter entwickeln und in praktische Handlungsstrategien überführen

Die Bewertung der Erfüllung des Kriteriums Empowerment erfolgt anhand von insgesamt vier Stufen. Diese Stufen bauen inhaltlich und chronologisch aufeinander auf. So kann das Kriterium 4 „Selbstbestimmung und Selbstorganisation fördern“ nur erreicht werden, wenn zuvor auch die drei anderen Kriterien erfüllt wurden.
Zielgruppenbezug
Informationen zum Kriterium Zielgruppenbezug
Als „Zielgruppen“ werden in der Gesundheitsförderung Personen bezeichnet, die mit einer Maßnahme erreicht werden sollen, deren gesundheitliche Situation verbessert werden soll. Da sie dabei so weit wie möglich beteiligt werden sollen, sind sie zugleich auch aktiv Beteiligte.
Die Personengruppen, die erreicht und beteiligt werden sollen, werden in der Konzeption so präzise wie möglich bestimmt. Nicht nur die Belastungen und Probleme, die sich aus ihrer sozialen Lage ergeben, werden genau beschrieben, sondern auch ihre Ressourcen.
Zur genauen Beschreibung der Zielgruppen werden vor allem Merkmale der vertikalen sozialen Ungleichheit verwendet: demnach kann sich soziale Benachteiligung z. B. aus niedrigem Bildungsstand und/oder geringem Einkommen ergeben. Zu berücksichtigen sind aber auch Merkmale horizontaler Ungleichheiten, d. h. eine mögliche Benachteiligung aufgrund von Alter, Geschlecht, ethnischem Hintergrund, Religion/Weltanschauung, Behinderung oder sexueller Identität.
Bei einer quartiersbezogenen Maßnahme ist es daher wichtig, die jeweiligen Probleme, Bedürfnisse und Ressourcen der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen genau kennenzulernen – und dabei nicht nur nach der gesundheitlichen Situation zu differenzieren, sondern auch nach Merkmalen wie Bildung, Einkommen, Alter, geschlechtlicher, sexueller und ethnischer Identität sowie Behinderung. Wichtige Zielgruppen der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung sind z. B. in der Praxisdatenbank gesundheitliche Chancengleichheit zu finden.

Die Bewertung der Erfüllung des Kriteriums Zielgruppenbezug erfolgt anhand von drei Stufen. Diese Stufen bauen inhaltlich und chronologisch aufeinander auf. So kann das Kriterium 3 „Genaue Beschreibug der Zielgruppen, ihrer gesundheitlichen und sozialen Lage, ihrer sozialen Diversität und ihrer Ressourcen“ nur erreicht werden, wenn zuvor auch die drei anderen Kriterien erfüllt wurden.
Setting Ansatz
Informationen zum Kriterium Setting-Ansatz
Der Begriff „Setting-Ansatz“ wird im deutschsprachigen Raum oft mit „Lebenswelt-Ansatz“ übersetzt. Der Setting-Ansatz nimmt die Lebenswelten von Menschen und damit die Bedingungen in den Blick, unter denen Menschen spielen, lernen, arbeiten und wohnen (nach der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung). Die Bedingungen in den Settings bzw. Lebenswelten – wie z. B. in der Schule, am Arbeitsplatz, im Stadtteil oder im engeren Wohnumfeld (Nachbarschaft) – haben einen wesentlichen Einfluss auf die Möglichkeit, ein gesundes Leben zu führen.

Die Bewertung der Erfüllung des Kriteriums Setting Ansatz erfolgt anhand von insgesamt drei Stufen. Diese Stufen bauen inhaltlich und chronologisch aufeinander auf. So kann das Kriterium 3 „Im Setting wird ein partizipativer, koordinierter Prozess der gesundheitsfördernden Strukturentwicklung umgesetzt“ nur erreicht werden, wenn zuvor auch die beiden anderen Kriterien erfüllt wurden.
Nachhaltigkeit
Informationen zum Kriterium Nachhaltigkeit
Nachhaltige Maßnahmen streben dauerhafte und nachweisbare Veränderungen bei den adressierten Zielgruppen und Settings an, im Sinne der Stärkung individueller Kompetenzen und Ressourcen und der dauerhaften Gestaltung gesundheitsgerechter Lebensbedingungen (Setting-Ansatz). Voraussetzung für nachhaltige Wirkungen sind verlässli-
che und zeitstabile gesundheitsfördernde Angebotsstrukturen, z. B. durch die Sicherstellung von Räumen und Personal, die Entwicklung von Kooperationen und möglichst auch die Verankerung in kommunalen Strategien ( Integriertes Handlungskonzept / Vernetzung).

Die Bewertung der Erfüllung des Kriteriums Nachhaltigkeit erfolgt anhand von insgesamt vier Stufen. Diese Stufen bauen inhaltlich und chronologisch aufeinander auf. So kann das Kriterium 4 „Die verstetige Maßnahme kontinuirlich weiter entwickelt“ nur erreicht werden, wenn zuvor auch die drei anderen Kriterien erfüllt wurden.
Qualitätsmanagement
Informationen zum Kriterium Qualitätsmanagement
Qualitätsmanagement sorgt dafür, dass Maßnahmen der Gesundheitsförderung bedarfs- und fachgerecht sowie partizipativ und zielgruppengerecht geplant, gestaltet und umgesetzt werden. Ziel des Qualitätsmanagements ist auch, Maßnahmen kontinuierlich weiterzuentwickeln und dabei immer besser am Bedarf auszurichten.
Qualitätssicherung dient vor allem der Erfüllung gesetzlicher (externer) und trägerspezifischer (interner) Qualitätsanforderungen. Bei der Qualitätsentwicklung handelt es sich dagegen um einen kontinuierlichen und systematischen Reflexions- und Lernprozess.

Die Bewertung der Erfüllung des Kriteriums Qualitätsmanagement erfolgt anhand von insgesamt vier Stufen. Diese Stufen bauen inhaltlich und chronologisch aufeinander auf. So kann das Kriterium 4 „Kontinuirliches, systematisches und umfassendes Qualitätsmanagement“ nur erreicht werden, wenn zuvor auch die drei anderen Kriterien erfüllt wurden.
Niedrigschwellige Arbeitsweise
Informationen zum Kriterium Niedrigschwellige Arbeitsweise
Eine niedrigschwellige Arbeitsweise zeichnet sich dadurch aus, dass sie Zugangshürden zur Maßnahme aus Perspektive der Zielgruppen reflektiert. Sie formuliert bereits in der Konzeption Handlungsansätze, um diese Zugangshürden zu vermeiden oder möglichst niedrig zu halten. Eine niedrigschwellige Arbeitsweise berücksichtigt als mögliche Zugangshürden: organisatorische Voraussetzungen, z. B. Tageszeit, Ort, Kosten, Antrags- und Anmeldungsformalitäten, konzeptionelle Voraussetzungen, z. B. Bedarfsgerechtigkeit, gender- und kultursensible Vermittlung, andere Voraussetzungen, z. B. (unfreiwillige) Stigmatisierung, oder lokale Rahmenbedingungen…

Die Bewertung der Erfüllung des Kriteriums Niedrigschwellige Arbeitsweise erfolgt anhand von insgesamt drei Stufen. Diese Stufen bauen inhaltlich und chronologisch aufeinander auf. So kann das Kriterium 3 „Berücksichtigung von Zugangshürden mit direkter Beteiligung der Zielgruppen“ nur erreicht werden, wenn zuvor auch die beiden anderen Kriterien erfüllt wurden.
Eltern sind derzeit im höchsten Maße mit den Folgen der Corona-Pandemie belastet. Alleinerziehende befinden sich zumeist in einer noch dramatischeren Situation. Die Lebenssituation alleinerziehender Mütter und Väter geht mit spezifischen Anforderungen einher, aus denen im Vergleich zu Eltern in Partnerschaft höhere psychosoziale und körperliche Belastungen entstehen können. Insbesondere Frauen mit Babys und Kleinkindern sind seit der Pandemie noch einsamer, als sie es ohnehin schon waren.
Eltern sind derzeit im höchsten Maße mit den Folgen der Corona-Pandemie belastet. Alleinerziehende befinden sich zumeist in einer noch dramatischeren Situation. Die Lebenssituation alleinerziehender Mütter und Väter geht mit spezifischen Anforderungen einher, aus denen im Vergleich zu Eltern in Partnerschaft höhere psychosoziale und körperliche Belastungen entstehen können. Insbesondere Frauen mit Babys und Kleinkindern sind seit der Pandemie noch einsamer, als sie es ohnehin schon waren.
Projektbeschreibung
Das Projekt„Zeit für dich!“ hat zwei Schwerpunkte. Es werden zuerst wohltuende Auszeiten mit natur- und tierpädagogischer Ausrichtung für Alleinerziehende mit begleitender Kinderbetreuung angeboten. Im zweiten Schwerpunkt werden Vernetzungs- und Aktivierungsangebote zusammengefasst.
Zielgruppe
Werdende, junge Familien mit Kindern, Alleinerziehende Menschen
Handlungsfelder
Stressbewältigung/ Entspannung/ psychische Gesundheit, Stärkung von Gesundheits- und Lebenskompetenzen
Lebenswelt
Stadtteilzentrum, Familienzentrum
Ziele
- Aufbau und Etablierung eines Trägernetzwerkes zur Entwicklung und Umsetzung von Angeboten für Alleinerziehenden und deren Kindern im Sozialraum Weißensee-Ost
- Aufbau von verlässlichen Angeboten, in denen sich jede/r willkommen und auch in der eigenen Lebensrealität verstanden fühlt
- Gezielte Öffentlichkeitsarbeit Verbreitung über persönliche und trägereigene Netzwerke Reizpotential des Angebotes
- Aktivierung und Zugangsbeteiligung der Zielgruppe
- Die Einrichtungen der Familienbildung werden als nachbarschaftlicher Vernetzungsort für die Zielgruppe wahrnehmbar
- Insbesondere die Gesundheit und soziale Anbindung der Alleinerziehenden wird begünstigt
- Es werden gezielte Impulse für ein unmittelbares Erleben fern von digitalen Geräten gesetzt
- Aufbau von verlässlichen Angeboten, in denen sich jede/r willkommen und auch in der eigenen Lebensrealität verstanden fühlt
Maßnahmen
- Kaffee und Keks (wöchentliches Frühstück für Alleinerziehende im Familienzentrum „Hansaviertel“)
- Elternworkshop: Gewaltfreie Kommunikation und Gelassen gegen Gewalt (Jährliche Elternfortbildungen im „Nachbarschaftszentrum im Moselviertel“)
- SCHREIBWERKSTATT (jährlicher Elternkurs / jährliche Publikation einer Zeitschrift)
- Zettelwirtschaft (monatliches Unterstützungs- und Beratungsangebot mit begleitender Kinderbetreuung für Alleinerziehende im Familienzentrum „Hansaviertel“ sowie im „Nachbarschaftszentrum im Moselviertel“)
- WOHLFÜHLTAGE (monatliches Entlastungs- und Entspannungsangebot mit begleitender Kinderbetreuung für Alleinerziehende an div. Orten der Familienbildung in Weißensee-Ost)
- STADTFREI / BAUERNHOFTAGE (Naturangebot mit begleitender Kinderbetreuung für Alleinerziehende außerhalb Berlins)
- TIERISCH GUT (14tägiges tierpädagogisches Angebot von den Oster- bis Herbstferien für Alleinerziehende im Familienzentrum „Hand in Hand“)
Good Practice Kriterien
Partizipation, Empowerment, Zielgruppenbezug, Setting-Ansatz, niedrigschwellige Arbeitsweise, Nachhaltigkeit, Qualitätsmanagement
Projektinformationen
Bezirk: Pankow
Handlungsraum: BENN Weißensee
Projektlaufzeit: 01.10.2022 – 30.09.2024
Projektbudget: 32.090,00 Euro
Kontakt
Organisation: Aktion „Kinder brauchen Matsch“ der Ev. Kirchengemeinde Auferstehung
Anschrift: Friedenstraße 83, 10249 Berlin
Tel: 030/4265791
E-Mail: info@kinder-brauchen-matsch.de
Website: www.kinder-brauchen-matsch.de

