Gesund und Fit im AVA-Kiez
Projektträger: kein Abseits! e. V.
„Durch das Projekt wurde eine neue Zielgruppe im AVA Kiez für gesundheitsförderlicher Maßnahmen erreicht: Eine feste Gruppe Erwachsener hat sich etabliert, die gemeinsam Sport treiben und als soziale Gruppe fungieren.“
Good Practice – Kriterien im Blick
Partizipation
Informationen zum Kriterium Partizipation

Die Bewertung der Erfüllung des Kriteriums Partizipation erfolgt anhand von insgesamt sechs Stufen. Diese Stufen bauen inhaltlich und chronologisch aufeinander auf. Die Grafik benennt alle Stufen des Kriteriums Partizaption.
Beispiel: Hat ein Träger eine 5/6 Kriteriumsstufen erreicht; so hat dieser Träger die Kriterien Information, Anhörung, Einbeziehung, Mitbestimmung und Entscheidungskompetenz erfüllt, nicht aber das Kriterium der Selbstorganisation.
Empowerment
Informationen zum Kriterium Empowerment
Empowerment-Prozesse befähigen Personen bzw. Personengruppen, selbsttätig und selbstbestimmt ihr Leben und ihre soziale Lebenswelt (mit) zu gestalten. Ausgangspunkt sind die spezifischen Kompetenzen (Ressourcen) einzelner Personen und die gemeinsamen Fähigkeiten von Personengruppen. Im Prozess des Empowerments schaffen die Akteure der Gesundheitsförderung die Bedingungen und Voraussetzungen dafür, dass die Mitglieder der Zielgruppen ihre individuellen und gemeinschaftlichen Ressourcen entdecken, sie weiter entwickeln und in praktische Handlungsstrategien überführen

Die Bewertung der Erfüllung des Kriteriums Empowerment erfolgt anhand von insgesamt vier Stufen. Diese Stufen bauen inhaltlich und chronologisch aufeinander auf. So kann das Kriterium 4 „Selbstbestimmung und Selbstorganisation fördern“ nur erreicht werden, wenn zuvor auch die drei anderen Kriterien erfüllt wurden.
Zielgruppenbezug
Informationen zum Kriterium Zielgruppenbezug
Als „Zielgruppen“ werden in der Gesundheitsförderung Personen bezeichnet, die mit einer Maßnahme erreicht werden sollen, deren gesundheitliche Situation verbessert werden soll. Da sie dabei so weit wie möglich beteiligt werden sollen, sind sie zugleich auch aktiv Beteiligte.
Die Personengruppen, die erreicht und beteiligt werden sollen, werden in der Konzeption so präzise wie möglich bestimmt. Nicht nur die Belastungen und Probleme, die sich aus ihrer sozialen Lage ergeben, werden genau beschrieben, sondern auch ihre Ressourcen.
Zur genauen Beschreibung der Zielgruppen werden vor allem Merkmale der vertikalen sozialen Ungleichheit verwendet: demnach kann sich soziale Benachteiligung z. B. aus niedrigem Bildungsstand und/oder geringem Einkommen ergeben. Zu berücksichtigen sind aber auch Merkmale horizontaler Ungleichheiten, d. h. eine mögliche Benachteiligung aufgrund von Alter, Geschlecht, ethnischem Hintergrund, Religion/Weltanschauung, Behinderung oder sexueller Identität.
Bei einer quartiersbezogenen Maßnahme ist es daher wichtig, die jeweiligen Probleme, Bedürfnisse und Ressourcen der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen genau kennenzulernen – und dabei nicht nur nach der gesundheitlichen Situation zu differenzieren, sondern auch nach Merkmalen wie Bildung, Einkommen, Alter, geschlechtlicher, sexueller und ethnischer Identität sowie Behinderung. Wichtige Zielgruppen der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung sind z. B. in der Praxisdatenbank gesundheitliche Chancengleichheit zu finden.

Die Bewertung der Erfüllung des Kriteriums Zielgruppenbezug erfolgt anhand von drei Stufen. Diese Stufen bauen inhaltlich und chronologisch aufeinander auf. So kann das Kriterium 3 „Genaue Beschreibug der Zielgruppen, ihrer gesundheitlichen und sozialen Lage, ihrer sozialen Diversität und ihrer Ressourcen“ nur erreicht werden, wenn zuvor auch die drei anderen Kriterien erfüllt wurden.
Setting Ansatz
Informationen zum Kriterium Setting-Ansatz
Der Begriff „Setting-Ansatz“ wird im deutschsprachigen Raum oft mit „Lebenswelt-Ansatz“ übersetzt. Der Setting-Ansatz nimmt die Lebenswelten von Menschen und damit die Bedingungen in den Blick, unter denen Menschen spielen, lernen, arbeiten und wohnen (nach der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung). Die Bedingungen in den Settings bzw. Lebenswelten – wie z. B. in der Schule, am Arbeitsplatz, im Stadtteil oder im engeren Wohnumfeld (Nachbarschaft) – haben einen wesentlichen Einfluss auf die Möglichkeit, ein gesundes Leben zu führen.

Die Bewertung der Erfüllung des Kriteriums Setting Ansatz erfolgt anhand von insgesamt drei Stufen. Diese Stufen bauen inhaltlich und chronologisch aufeinander auf. So kann das Kriterium 3 „Im Setting wird ein partizipativer, koordinierter Prozess der gesundheitsfördernden Strukturentwicklung umgesetzt“ nur erreicht werden, wenn zuvor auch die beiden anderen Kriterien erfüllt wurden.
Nachhaltigkeit
Informationen zum Kriterium Nachhaltigkeit
Nachhaltige Maßnahmen streben dauerhafte und nachweisbare Veränderungen bei den adressierten Zielgruppen und Settings an, im Sinne der Stärkung individueller Kompetenzen und Ressourcen und der dauerhaften Gestaltung gesundheitsgerechter Lebensbedingungen (Setting-Ansatz). Voraussetzung für nachhaltige Wirkungen sind verlässli-
che und zeitstabile gesundheitsfördernde Angebotsstrukturen, z. B. durch die Sicherstellung von Räumen und Personal, die Entwicklung von Kooperationen und möglichst auch die Verankerung in kommunalen Strategien ( Integriertes Handlungskonzept / Vernetzung).

Die Bewertung der Erfüllung des Kriteriums Nachhaltigkeit erfolgt anhand von insgesamt vier Stufen. Diese Stufen bauen inhaltlich und chronologisch aufeinander auf. So kann das Kriterium 4 „Die verstetige Maßnahme kontinuirlich weiter entwickelt“ nur erreicht werden, wenn zuvor auch die drei anderen Kriterien erfüllt wurden.
Niedrigschwellige Arbeitsweise
Informationen zum Kriterium Niedrigschwellige Arbeitsweise
Eine niedrigschwellige Arbeitsweise zeichnet sich dadurch aus, dass sie Zugangshürden zur Maßnahme aus Perspektive der Zielgruppen reflektiert. Sie formuliert bereits in der Konzeption Handlungsansätze, um diese Zugangshürden zu vermeiden oder möglichst niedrig zu halten. Eine niedrigschwellige Arbeitsweise berücksichtigt als mögliche Zugangshürden: organisatorische Voraussetzungen, z. B. Tageszeit, Ort, Kosten, Antrags- und Anmeldungsformalitäten, konzeptionelle Voraussetzungen, z. B. Bedarfsgerechtigkeit, gender- und kultursensible Vermittlung, andere Voraussetzungen, z. B. (unfreiwillige) Stigmatisierung, oder lokale Rahmenbedingungen…

Die Bewertung der Erfüllung des Kriteriums Niedrigschwellige Arbeitsweise erfolgt anhand von insgesamt drei Stufen. Diese Stufen bauen inhaltlich und chronologisch aufeinander auf. So kann das Kriterium 3 „Berücksichtigung von Zugangshürden mit direkter Beteiligung der Zielgruppen“ nur erreicht werden, wenn zuvor auch die beiden anderen Kriterien erfüllt wurden.
Der AVA-Kiez gehört zu den sozial benachteiligten Quartieren mit Handlungsbedarf. kein Abseits! e.V. ist seit zehn Jahren in diesem Sozialraum aktiv. Im Jahr 2018 erhielt der Träger im Rahmen eines Quartiersmanagementprojektes im Gebiet der Quäkerstraße den Auftrag, Freizeit—und Bewegungsangebote für Kinder zu unterbreiten. Ein wichtiger Meilenstein dieser Arbeit war die Schaffung einen festen Standort für neue Angebote: der Kinder- und Jugendclub QuäX. So wurde zunehmend Kontakt zu jüngeren Kindern und deren Eltern aufgebaut und neue Kooperationen mit Partnern vor Ort sind entstanden und/oder vertieft worden. Zudem ist kein Abseits! e.V. aufgrund der täglichen Präsenz im Kiez näher am Geschehen und erhielt neue Eindrücke.
Der AVA-Kiez gehört zu den sozial benachteiligten Quartieren mit Handlungsbedarf. kein Abseits! e.V. ist seit zehn Jahren in diesem Sozialraum aktiv. Im Jahr 2018 erhielt der Träger im Rahmen eines Quartiersmanagementprojektes im Gebiet der Quäkerstraße den Auftrag, Freizeit—und Bewegungsangebote für Kinder zu unterbreiten. Ein wichtiger Meilenstein dieser Arbeit war die Schaffung einen festen Standort für neue Angebote: der Kinder- und Jugendclub QuäX. So wurde zunehmend Kontakt zu jüngeren Kindern und deren Eltern aufgebaut und neue Kooperationen mit Partnern vor Ort sind entstanden und/oder vertieft worden. Zudem ist kein Abseits! e.V. aufgrund der täglichen Präsenz im Kiez näher am Geschehen und erhielt neue Eindrücke.
Projektbeschreibung
Im Projekt „Gesund & Fit im AVA-Kiez“ soll die Gesundheit der Bewohnenden in den Dimensionen körperlichen und psychischen Wohlbefindens gesteigert werden, sowie das Wissen um Prozesse von Gesundheit und Möglichkeiten der Gesunderhaltung erweitern. Durch das Projekt werden Motivation, Wissen und Engagement vieler Beteiligter für das Thema Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention gesteigert. Aufgrund des Austausches und Vernetzung auf Fachkräfte-Ebene werden Bedarfe zukünftig besser erhoben und Angebote aufeinander abgestimmt. Es ist zu erwarten, dass die Vernetzungsaktivitäten auch auf die Qualität der Angebote Auswirkung haben.
Zielgruppe
Ältere/ alte Menschen, Alleinerziehende, Kinder/ Jugendliche im Alter von 3 bis 17 Jahren, junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren, Menschen mit Migrationsgeschichte, Multiplikator*innen
Handlungsfelder
Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung/ Entspannung/ psychische Gesundheit, Stärkung von Gesundheits- und Lebenskompetenzen
Lebenswelt
Jugendfreizeiteinrichtung, Öffentlicher Raum
Ziele
Übergeordnete Ziele des Projekts, bezogen auf die Zielgruppe von teilnehmenden Kindern, Erwachsenen und Senior*innen:
- Über die Durchführung von Aktivitäten im Rahmen einer Teilnahme an Gruppenangeboten der Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention soll das körperliche Wohlbefinden steigen
- Über die Durchführung von Aktivitäten und im Rahmen einer Teilnahme an Gruppenangeboten der Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention soll das mentale Wohlbefinden steigen
- Das Wissen über Gesunderhaltung und Prävention von Krankheit soll steigen
- Über die Mitwirkung an Gruppenangeboten, partizipativen Prozessen des Aushandelns und Entscheidens zu neuen Angeboten, über gegenseitige Unterstützung soll das prosoziale Verhalten und die Engagementbereitschaft steigen
Übergeordnete Ziele des Projekts, bezogen auf die Zielgruppe von koordinierenden, vernetzenden und anleitenden Personen in der Prävention und Förderung:
- Über den Austausch von Wissen und Erfahrungen im Arbeitsbereich der lokalen Gesundheitsförderung und der Teilnahme an Weiterbildungsangeboten soll die Beratungskompetenz steigen
- Über Vernetzungstreffen und gemeinsamen Aktionen soll das Wissen über Bedarfe der Menschen im Kiez, neue Ideen für weitere Angebote und Projekte und die Engagementbereitschaft steigen
Maßnahmen
- bereits bestehende Angebot im Kiez sollen sinnvoll ergänzt und vernetzt werden
- Qualifizierungsangebote für Multiplikator*innen sollen ermöglicht (Fachkräfte, Netzwerker*innen, Engagierte Mentor*innen) werden
- in einem partizipativen Prozess sollen neue Angebote entwickeln, bzw. auswählt werden
- neue Angebote sollen in Umsetzung gebracht werden
Good Practice Kriterien
Partizipation, Empowerment, Zielgruppenbezug, Setting-Ansatz, niedrigschwellige Arbeitsweise, Nachhaltigkeit
Projektinformationen
Bezirk: Reinickendorf
Handlungsraum: GI-Handlungsraum Auguste-Viktoria-Allee
Projektlaufzeit: 01.06.2022 – 31.05.2024
Projektbudget: 30.534,00 Euro
Kontakt
Organisation: kein Abseits! e.V.
Anschrift: Fehmarner Straße 12, 13353 Berlin
Tel: 030/49086 886
E-Mail: Gloria.amoruso@kein-abseits.de
Website: www.kein-abseits.de

